Auf nichts Unumstößliches stoßen Leserinnen und Leser in diesem Blog. Alles ist Überlegung, nichts Überlegenheit. Standpunkte sind springende Punkte und Punktlandungen selten.
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Freitag, 30. Juli 2021

Infrastruktur

Bekanntlich gibt es in Polen sehr, sehr viele Orte, die sehr, sehr schön sind. Dazwischen jedoch greifen Baufälligkeit und Verwahrlosung um sich. Beispielsweise sind da mancherorts diese schlangenförmigen Ansammlungen von Geröll und Schutt, die stinkend durch hektargroße Flächen Staubes mäandern – auf der Karte als Straßen (!) dargestellt – und Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie zu irgendeinem Ziel führen, es sei denn, der Weg ist das Ziel. 


Dann aber taucht in der Ferne unerwartet ein Schild auf. Etwas anderes als „Uwaga – Attention – Achtung“ nebst dem Hinweis, dass hier nun die Welt zu Ende sei, kann eigentlich nicht drauf stehen. Doch was für ein Irrtum! Beim Näherkommen wird erkennbar, es handelt sich um die Aufforderung, die Ausfahrt zu beachten: „Straż wyjazd“.


Die Ausfahrt zur Hölle? Vielleicht auch noch nicht.

Samstag, 31. Oktober 2020

Freienbrink near Tesla Gigafactory

 

Tesla in Grünheide

Brandenburg!
Seit 30 Jahren abgehängt!
Immerfort Proteste der abhängig Abhängenden.

Ein Großinvestor will nun investieren.
(Und selbstverständlich auch verdienen.)
Er verspricht zunächst gut 10 und später bis zu 40 Tausend Arbeitsplätze!
Die werden doch wohl Struktur in die strukturschwache Region bringen!

Aber erneut Proteste!
Die Anwohner wollen nicht nur Struktur, sondern Struktur in purer Natur! 



Freitag, 30. Oktober 2020

Samstag, 18. Juli 2020

Mein neues Fahrrad

Ich hätte es gern in diesem besonderen Laden gekauft, eingebettet in eine alternative Gewerbe- und Projektlandschaft mit unkapitalistischen Eigentumsverhältnissen, selbstorganisierten Arbeitsplätzen, kollektiven Entscheidungsfindungen und Unabhängigkeit von staatlichen Subventionen.

Doch leider hat dem Händler mein Wunschzettel nicht und mir nicht seine Äußerung gefallen, Fahrräder seien erst ab einem gewissen Wert ökologisch - maßgefertigt und von ihren Fahrer*innen geliebt.

Das hat er gewiss nicht arg gemeint, aber gesagt, während die Kunden - ungegendert, denn durchweg männlich - abgesehen von meiner Wertlosigkeit lauschten und grinsten.

Von den Fahrzeugen, die zu zeigen er bereit war, kostete das günstigste 1.200,00 €.

Wie soll ich ein Fahrrad lieben, dessen Preis mich ruiniert?

So kaufte ich für die Hälfte des Geldes in einem fest im Kapitalismus verwurzelten Geschäft. Schade.

Durch Kreuzberg, Tiergarten, Moabit, Wedding radelte ich dann heimwärts an Hunderten von spartanischsten Drahteseln vorbei, die winkten mir zu von Pfählen und Zäunen, an denen sie parkten, sind liebenswert und - so noch fahrbar - ökologisch.

Wunschzettel

Freitag, 10. Januar 2020

Am Straßenrand vergessenes Fahrrad

Von Wind und Wetter gehegt und gepflegt,
bis nun die Reifen ins Pflaster greifen,
Wurzeln schlagen, sich vertragen
mit rankenden Pflanzen, die ihm danken,
weil es da steht und steht und steht;
sie umarmen es ohne Erbarmen.

Dienstag, 15. August 2017

Training der Standfestigkeit

Beim Anblick dieses Zweirades bekommt frau nach unfallbedingter längerer Abstinenz doch tatsächlich wieder Lust auf eine kleine feine Tour – muss ja nicht sofort sein. Es wird ihr geradezu warm ums Herz und sie fühlt, dass die Wärme während eines Ritts auf diesem Drahtesel anhielte: Beide müssten nicht frieren, das Tier nicht, weil es Stricksachen trägt, sie nicht, weil sie es stehend antreibt – es gibt keinen Sattel.

Tempelhofer Damm/Burgemeisterstraße

Außerdem interessant: Wo befindet sich der Bremshebel der Vorderradbremse?

Freitag, 28. Juli 2017

Unklar noch immer, warum

M. schickte mir ein Video, das zeigt, wie wenig vom Leben anderer sieht, wer es durch ungeputzte Fenster betrachtet.
Fast zeitgleich las ich R.s Post, das beschreibt, wie ein Rollerfahrer eine Fahrt vor verdreckten Rückspiegeln und hinter beschlagenem Visier erlebt, wenn er obendrein seine Lese-, statt der Weitsichtbrille trägt.
Und nun gesellt sich zu meinen verschiedenen Unfall-Hypothesen eine weitere. Warum hat Herr G. damals am helllichten Tage bei zwar kaltem, aber sonnigem Wetter und auf trockener Straße mein Fahrrad und mich an- und umgefahren? Wohl mag er tatsächlich sturzbetrunken gewesen oder auch ohne Alkohol im Blut einfach zu schnell gefahren sein. Eile? Boshaftigkeit? Ignoranz polnischer Autofahrer gegenüber Menschen, insbesondere weiblichen, auf Fahrrädern?
Vielleicht aber hat er auch schlicht und ergreifend hinter verschmierten Autoscheiben die falsche Brille auf der Nase gehabt und fuhr quasi blind.

Donnerstag, 13. April 2017

Nie wieder Fahrrad?

Abtransport des Unfallfahrzeugs auf dem Rücksitz des Autos von Freunden,



da der Verursacher des Unfalls von der Słubicer Polizei - alle Achtung! - ermittelt worden ist und die Spurensicherung es nicht mehr braucht. Mit einem IVECO DAILY, also keinem allzu kleinen Auto, hatte Herr G. mich zu Fall gebracht.

Zur Erinnerung: http://miriam-hartz-am-wortort.blogspot.de/2016/12/wenns-nicht-mehr-weiter-geht-vorerst.html

Samstag, 4. Februar 2017

Fortsetzung folgt – es geht doch noch weiter

-> Wenn's nicht mehr weiter geht - vorerst

Kein weißes Fahrrad. Ich wurde gefunden und bin bewusst. Stück für Stück repariert man mich. Zunehmend werde ich beweglich. Nur anzunehmen, nach dem Widerfahrenen je wieder zu fahren, fällt noch recht schwer.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Wenn's nicht mehr weiter geht - vorerst

-> Wohin der Wind so weht

Polnische Seite der Oder. Unterwegs zum Nationalpark Warthemündung. Keine Sintflut, kein Sturm. Kalte, trockene, sonnige Ruhe. Trotzdem Schluss. Wer oder was auch immer plötzlich gegen mich prallt, hinterrücks... stößt mich vom Fahrrad, bricht mir x Knochen, zerfetzt alle Kleidung, raubt mein Bewusstsein... lässt mich liegen und haut ab.

-> Fortsetzung folgt - es geht doch noch weiter

Dienstag, 27. Dezember 2016

Wohin der Wind so weht

-> Wie hoch das Wasser steht

Der Regen ließ im Laufe des Tages nach und blieb irgendwann aus, der Sturm indes nicht. Laut Wetter-App auf dem Handy, ist es zwar lediglich böiger Starkwind, aber wenn so eine Bö uns, mein Fahrrad und mich, packt, muss ich die Fahrt unterbrechen und absteigen, mich am Fahrrad festhalten, damit sie mich nicht umböt, und das Fahrrad festhalten, damit sie es nicht wegböt. Weit - gemessen in Kilometern - komme ich nicht, aber voran. Den Weg bestimmt der Wind; im Rücken will ich ihn. Nach Gorgast, Golzow, Neu- und Alt-Tucheband, Rathstock böt er.

-> Wenn's nicht mehr weiter geht - vorerst

Montag, 26. Dezember 2016

Wie hoch das Wasser steht

Schon oft in meinem Leben bin ich nass gewesen, noch nie jedoch so nass wie heute. Außer vielleicht beim Duschen. Dann schon. Aber unter der heutigen Dusche fuhr ich bekleidet Fahrrad und obendrein waren die mich bearbeitenden Wasserstrahlen so hartnäckig, stark und dicht, wie ich mir Duschen im Rahmen der Körperpflege niemals erlaube. Aus Gründen. Ökologischen wie ökonomischen. Und das besondere Schmankerl: Zum Trocknen im Anschluss bedurfte es keines Handtuches. Das erledigte Wind der Stärke 7, der im Begriff war, auf dem Weg über 8 und 9 die 10 zu erreichen. Sturm.
Ich bin jetzt vollkommen durch - gewaschen und gelüftet. Und gut gelaunt. Im Oderbruch.

-> Wohin der Wind so weht

Freitag, 13. Mai 2016

Freitag, der 13.

Nach Klientin Nr. 1

Pause auf Karower Wiesen und diverse (Ver-) Wandlungen
  1. Wind- in elektrische Energie (Windkraftanlage)
  2. CO₂ in O₂ (Pflanzen)
  3. Dreh- in geradlinige Bewegung (Fahrrad)
  4. Müdigkeit in Elan (ich) ...







Nach Klientin Nr. 2

Schluss für heute ganz woanders, nix mehr mit Wandel,
doch das

n
u
r

a
m

R
a
n
d
e
l.


Vor allem aber geschah den ganzen Tag kein Unglück, das über die üblichen Unglücke, an die mensch sich dahingehend gewöhnt hat, dass er sie nur dann noch als Unglück betrachtet, wenn eines davon ihn persönlich direkt und unmittelbar betrifft, hinausgegangen wäre. Gewiss wurde gelogen und betrogen, gab es Angriffe und Verletzungen, auch Tote, gingen Häuser in Flammen auf und Küstenregionen unter ..., aber im Internet. Ich blieb unversehrt. An diesem Freitag, dem 13., war etwas verkehrt. 

Dienstag, 19. April 2016

VW: Fred fährt mit Bus - aber wie?

Umweltfreundlich Fahrrad fahrend begegnete ich diesem VW mit (um-)weldfremder - man beachte die Orthographie - Nummernschild-Untertitelung:


Zum Vergrößern auf das Bild klicken, bitte.

VW lässt umweltfreundlich nicht nur nicht fahren, sondern auch nicht schreiben?

Samstag, 26. März 2016

Osterspazierfahrt

Ostern über Hobrechts Felder 
durch die Hobrechtsfelder Wälder
von Herde zu Herde
wilder Kühe und Pferde
Slalom zwischen Naturdung
zu radeln,
ist, wie es so den Geruchssinn trimmt,
kaum zu tadeln,
macht hübsch und hält jung.
:) Bestimmt. 

Ei-Alternative, bio, regional und saisonal - schlecht versteckt