Auf nichts Unumstößliches stößt der geneigte Leser in diesem Blog. Alles ist Überlegung, nichts Überlegenheit. Standpunkte sind springende Punkte und Punktlandungen selten.
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Sonntag, 15. März 2015

Menschen aller Krisenherde kommt ins Land des BGE

Friedrich Schiller 1793 an seinen Mäzen Herzog von Schleswig-Holstein-Augustenburg: "Der Mensch ist noch sehr wenig, wenn er warm wohnt und sich satt gegessen hat, aber er muss warm wohnen und satt zu essen haben, wenn sich die bessere Natur in ihm regen soll."

Karl Marx 1859 im Vorwort zur Kritik der Politischen Ökonomie: "Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt."

Bertolt Brecht 1928 in der Dreigroschenoper: "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral."

Die Formulierungen ändern sich, die Aussage bleibt im Kern dieselbe.

Und nun seit einigen Jahren als Lösungsvorschlag und gleichzeitig Gegenentwurf zu Hartz IV das bedingungslose Grundeinkommen, basierend auf der Idee, den Menschen von Lohnarbeit entkoppelt Geld zu geben, damit sie ihre Grundbedürfnisse bedingungslos befriedigen und jenseits von Geldsorgen überlegen können, wie sie sich in die Gesellschaft einbringen und ihrem Leben Sinn geben wollen. Prima! Problem: Wer wird seinen Lebenssinn im Fegen von Straßen, Entleeren von Mülltonnen, Säubern von Toiletten, Ausbessern von Abwasserschächten... sehen? Vielleicht all jene, die keinen Anspruch auf bedingungsloses Grundeinkommen haben, weil sie keine deutschen Staatsbürger und somit nicht bedingungslos genug sind? Wollen wir auf diesem Wege Ressentiments gegen Menschen nichtdeutscher Herkunft - politisch inkorrekt Ausländer genannt - zwar nicht beseitigen, sie jedoch als billige Arbeitskräfte dulden? Bitte nicht!

Die Frage, wer ein bedingungsloses Grundeinkommen für den Fall, dass es tatsächlich eingeführt und alle jetzigen staatlichen Transferleistungen ablösen wird, in Anspruch nehmen darf, wartet noch auf ihre Beantwortung, und zwar ungeduldig.

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