Auf nichts Unumstößliches stoßen Leserinnen und Leser in diesem Blog. Alles ist Überlegung, nichts Überlegenheit. Standpunkte sind springende Punkte und Punktlandungen selten.
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Donnerstag, 18. Juli 2013

Tag 9 Fahrradurlaub (nicht von, sondern mit ihm)

--> Tage 7 und 8

Tagestour nach Bautzen. 10 km hin, 10 km zurück, zumindest auf der Karte. Aus dem Hinweg werden locker 20 km, denn ich verfahre mich (wie immer, kleinere Irrfahrten finden bei mir schon überhaupt keine Erwähnung mehr, aber die heutige bedarf einer). Laut Karte muss ich mich ab Hochkirch durchweg an der Fernstraße 6 halten, dann kann nichts schief gehen, aber irgendwie nehme ich eine falsche Abfahrt, halte eine andere als die tatsächliche Fernstraße 6 für eben diese, fahre sie stur entlang, wundere mich, dass sie viel häufiger Kurven aufweist, als auf der Karte welche eingezeichnet sind, fahre irgendwann auf eine Kirche zu, die aussieht wie die von Hochkirch, und stelle beim Näherkommen fest, es ist die von Hochkirch. Prima! Beim zweiten Versuch fahre ich auf die tatsächliche Fernstraße 6 und bin dann auch recht bald in Bautzen.

Am Ortseingang kaufe ich Honig, wenngleich ich kein Honig-Fan bin. Mir gefällt die Art, wie er verkauft wird: Verschiedene Sorten mit handbeschrifteten Etiketten sind vorm Garten des Imkers aufgereiht, daneben steht eine Kasse des Vertrauens.

Die Alstadt gefällt mir: Viele kleine, enge, verwinkelte Straßen mit sprechenden Namen, wenngleich die inzwischen nicht mehr die Wahrheit sprechen. In der Reichenstraße gibt es mehr Billigläden als teure Cafés.

Ins Stadtmuseum gehe ich wegen der Sonderausstellung „Fotografien und Briefe aus Afghanistan“. Allerdings komme ich um Geschichte und Brauchtum Bautzens nicht herum, denn die Sonderausstellung hat keinen eigenen Raum, es wurden lediglich einige Exponate der Dauerausstellung hier und da etwas beiseite gerückt. Ich finde es respektlos, die Fotografien vom „kriegsähnlichen Zustand“ zwischen sorbisches Kunsthandwerk zu hängen, und bin schockiert. Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas möglich ist! Eine Ausstellung der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.

Auf der Rückfahrt stoppen mich mehrmals glückliche Hühner. Sie spazieren bedenkenlos auf dem Radweg. Sie unterschätzen vor Glück die Gefahr ihrer Freiheit; ich könnte sie einfach überfahren! Liebe glückliche Hühner, denkt ihr bitte auch an mein Glück und lasst mich durch? Danke!

--> Tage 10, 11 und 12

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